Nach dem Redtube-Schock – drohen nun auch Abmahnungen für die Streaming-Portale drtuber.com, tnaflix.com und xvideos.com?

Die Ankündigung der Kanzlei Urmann + Collegen lässt weiteren Ungemach von dieser Kanzlei erahnen. Der Kollege Solmecke  hat mit dem Collegen Urmann telefoniert und erfahren: „Diese Abmahnwelle war erst der Anfang“

In dem Gespräch ging es dem Vernehmen nach im wesentlichen darum, dass nunmehr auch andere Telefongesellschaften zur Auskunft verpflichtet werden sollen, damit nicht nur die ohnehin in den letzten Jahren stark gebeutelten Telekom-Kunden zu dem vorweihnachtlichen “Vergnügen” des Erhalts der erlesenen Schriftstücke aus dem Hause U+C kommen.

Das hat uns jetzt eigentlich nicht so sehr überrascht.

Aufhorchen ließ uns heute vielmehr die Mitteilung des Kollegen Müller, der auf seinen Seiten von einer Stellungnahme der Pressestelle des LG Köln berichtet, die dem Kollegen Auskunft über die – angebliche – Funktionsweise der Software “GLADII 1.1.3” erteilte, mit der die IP-Adressen der Nutzer von Redtube ermittelt worden sein sollen.

Das LG Köln teilte dem Kollegen insbesondere Folgendes mit:

“Das Gutachten hatte laut seiner Einleitung zum Ziel festzustellen, ob mit der Software Download-Aktionen von im Internet betriebenen Medien-Hostern korrekt erfasst werden, wobei insbesondere die Identität der heruntergeladenen Datei, die Uhrzeit des Beginns des Downloads sowie die IP-Adresse des herunterladenden Computers Gegenstand der Überprüfung gewesen sein sollen. 

Dies soll anhand dreier Testdateien auf drei verschiedenen Webseiten untersucht worden sein (drtuber.com, tnaflix.com und xvideos.com), bei denen die Darstellung  der Videos im Webbrowser erfolgte.

Laut Gutachten wurden die hinterlegten Testdateien sodann von dem Gutachter mit verschiedenen Browsern abgerufen und die Uhrzeit protokolliert. Im Anschluss hieran habe der Gutachter über die Software GLADII 1.1.3 eine Übersicht der überwachten Medien-Hoster aufgerufen. Die Software habe dabei eine Reihe von Informationen, unter anderem die IP-Adressen der Besucher der jeweiligen Seite, angeboten. Dabei seien auch die testweise erfolgten Abrufe der oben genannten Dateien angezeigt worden (inklusive zwischenzeitlichem Stoppen und Fortsetzen der Wiedergabe des Videos).

Die protokollierten Zeiten und Aktionen stimmten laut Gutachten exakt mit den testweise durchgeführten Abrufen überein. Laut Gutachten beruhten die bei den Tests durchgeführten Aktionen „technisch auf üblichen Internet-Technologien, welche beim Einsatz in dem verwendeten Test-Szenario keine Bedenken hinsichtlich etwaigen Gesetzesverstößen erkennen ließen“.

Als Schlussfolgerung hält das Gutachten fest, dass die verwendete Software geeignet sei, die Identität der heruntergeladenen Datei, die Uhrzeit des Beginns des Downloads sowie die IP-Adresse des herunterladenden Computers korrekt zu erfassen.“

Oha.

Wenn das stimmen würde, bedeutete dies erst einmal – ganz allgemein – folgendes

1. Es wäre möglich, Streamingportale (zumindest drtuber.com, tnaflix.com und xvideos.com) mittels einer externen Software zu überwachen.

2. Es drohten weitere Abmahnungen bzgl. dieser Portale.

Doch was bedeutete dies für die Rechtmäßigkeit der Abmahnungen?

Wir greifen einmal vor und lehnen uns bewusst weit aus dem Fenster:

Es bedeutete nicht weniger als eine spektakuläre Wendung der Rechtslage in den aktuellen Redtube-Abmahnfällen.

Lesen Sie in Kürze hier, warum.

Wenn auch Sie uns Anregungen oder Ihren Fall mitteilen wollen, gehen Sie bitte auf folgende Seite, die alle notwendigen Informationen zur Kontaktaufnahme enthält:

https://www.it-recht-deutschland.de/?p=281391

Wenn Sie mit uns und anderen über die Abmahnungen diskutieren wollen: Nutzen Sie unsere Kommentar-Funktion (Hinweis: wer rechnen kann, ist klar im Vorteil) ;-).

JuraBlogs - Die Welt juristischer Blogs

4 thoughts on “Nach dem Redtube-Schock – drohen nun auch Abmahnungen für die Streaming-Portale drtuber.com, tnaflix.com und xvideos.com?

  1. http://www.the-archive.ch/#!c_services/c1ger

    Die Daten werden vollständig dokumentiert und dienen zur Auswertung der Urheberrechtsverstöße zur späteren Verfolgung der sich schuldig gemachten Nutzer. sehen link oben

    also sind wir alle schuld wenn man was anschauen tut was auf einer legalen seite sonst müßten uns doch alle anderen rechte anbieter auf der seite redporn usw auch verklagen ???

    und nur weil jemand wenn überhaupt was ilegales reingestelt hat

    ALSO ACHTUNG AUF YOUTUBE KONNTE AUCH DIE DEPPEN WAS REINSTELLEN UND UNS VERKLAGEN WEIL WIR ES AUSVERSEHEN GESEHEN HABEN oder die seite aufgerufen haben

    NICHTS IST UNMÖGLICH MEHR LEIDER

    redporn sagt dazu

    http://www.rp-online.de/digitales/internet/abmahnwelle-wegen-streaming-jetzt-meldet-sich-redtube-zu-wort-aid-1.3885117

    also wurde ich mich auf das urteil vom lg-muenchen-i berufen

    http://www.damm-legal.de/lg-muenchen-i-ein-pornofilm-unterliegt-nicht-dem-urheberrechtsschutz-eines-filmwerks-gemaess-94-urhg-primitive-darstellung-sexueller-vorgaenge

    LG München I: Ein Pornofilm unterliegt nicht dem Urheberrechtsschutz eines Filmwerks gemäß § 94 UrhG / “Primitive Darstellung sexueller Vorgänge”

    pech sofortiges einstellen des verfahren und schadenersatz füre alle
    und anklage gegen die veruchsachen

  2. so so, das Gutachten hat den Erweis gebracht. Wurde denn auch geprüft, ob Daten im log standen, welche keiner Verbindung zugeordnet werden konnten ?

  3. Die Software verfolgt nach Auskunft des LG Köln also nur speziell präparierte “Testdateien”, also gleichsam “Testvideos” und diese melden in irgendeiner Weise den anbrufenden Nutzer weiter. Das ist doch ein klarer Beleg für die Verbreitung illegaler Malware bzw. Viren durch den Auftraggeber und seine Komplizen. Diese “Testdateien” müssen doch eigens zu diesem Zweck entwickelt UND mit der einzigen Absicht verbreitet worden sein, sie gezielt nichtsahnenden Nutzern unterzuschieben und illegal deren Daten zu stehlen (IP-Adressen und mehr) um die Betroffenen dann mithilfe eines überforderten deutschen Justizwesens juristisch auch noch hereinzulegen, nachdem sie mit üblester Arglist und außergewöhnlich hoher krimineller Energie “kriminalisiert” wurden.

    Das ist doch wie wenn ein Drogendealer jemandem einen Sack Koks aals “normales Mehl” schnell und unbemerkt in die Tasche steckt und anschließend die Polizei anruft!

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