Droht eine neue Abmahnwelle auf eBay wegen “Warenkorb”-Funktion? Das müssen Händler jetzt ganz schnell beachten!

Nachdem eBay im Laufe des Jahres mehrfach angekündigt hatte, eine Warenkorb-Funktion (wie bereits teilweise in anderen Ländern eingeführt) auch für Gäste einzuführen, waren wir sehr gespannt, wann und mit welchen genauen Funktionen diese Neuerung auch in den Angeboten der Händler auftauchen würde.

Nun hat eBay – noch bevor diese Funktion in die die eigenen AGB eingefügt wurde – quasi “über Nacht” Fakten geschaffen:

Der Warenkorb ist da und funktioniert etwa so ähnlich, wie es aus vielen Internetshops bekannt ist.

Neu gegenüber den bisherigen Bestellmöglichkeiten ist, dass nunmehr Artikel von verschiedenen Verkäufern auf einmal bestellt werden können und nicht jeweils gesondert in für jeden Artikeln gekauft werden müssen.

Das erhöht natürlich die Kundenfreundlichkeit des Angebots, bringt zugleich aber neue nicht unerhebliche rechtliche Pflichten mit sich, die eBay offenbar nicht selbst bedacht hat.

Das sind die wesentlichen Änderungen, die jeder gewerbliche Verkäufer zu beachten hat:

1. Widerrufsrecht:

Da die Kunden nunmehr bei einem Käufer mit einer Bestellung mehrere unterschiedlichen Waren kaufen können, muss der Verkäufer bei seiner Widerrufsbelehrung darauf achten, dass er – sofern er nicht in jedem Fall die Artikel in einer Sendung verschickt – richtig über den Beginn der Widerrufsfrist belehrt.

Im gesetzlichen Muster heißt es dazu:

“Die Widerrufsfrist beträgt vierzehn Tage ab dem Tag, an dem Sie oder ein von Ihnen benannter Dritter, der nicht der Beförderer ist, die letzte Teilsendung oder das letzte Stück in Besitz genommen haben bzw. hat.”

Hier beginnt die Widerrufsfrist – anders als beim bisherigen getrennten Einzelkauf – erst dann, wenn das letzte Produkt den Kunden vollständig erreicht hat.

Achtung!

Wenn Sie in der Widerrufsbelehrung über eine Teilsendung informieren, brauchen sie zwingend eine Regelung in Ihren AGB, wann Teilsendungen zulässig sind. Denn zur Erbringung von Teillieferungen ist der Verkäufer grundsätzlich nicht berechtigt, vgl. § 266 BGB – dies sind sie nur, wenn sie dem Kunden zumutbar sind.

2. Regelungen zum Vertragsschluss

Da sich mit dem Warenkorb zwangsläufig auch der Bestellvorgang und die Art und Weise des Vertragsschlusses ändert, muss auch dies nun in den AGB (oder den Kundeninformationen) vom Händler angepasst werden. Wer dies nicht tut, verstößt in jedem Fall gegen Art. 246c Nr. 1 EGBGB und kann abgemahnt werden.

3. Korrekturmöglichkeiten

Da gemäß Art. 246c Nr. 3 EGBGB auch darüber zu informieren ist, wie der Verbraucher mit den zur Verfügung gestellten technischen Mitteln Eingabefehler vor Abgabe der Vertragserklärung erkennen und berichtigen kann, müssen auch diese Informationen auf die Funktionsweise des neuen eBay-Warenkorbs angepasst werden.

 

Was müssen Sie genau ändern?

Wenn Sie wissen wollen, wie sie die neuen Pflichten richtig umsetzen, sprechen sie uns gerne kostenlos* an unter der Telefonnummer 0681 -965 916 80 oder per Mail an

 

[* Mit Ausnahme der ggfs. anfallenden Telefongebühren Ihres Anbieters. Eine individuelle Rechtsberatung findet im Rahmen des Erstgesprächs nicht statt.]

 

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